CPC - Cellar Poker Club

Der Poker Club aus Waidhofen an der Ybbs

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Poker Regeln - Texas Hold'em

Die unterdessen beliebteste Variante des Pokerns ist Texas Hold'em. Wenn im Fernsehen (z.B. Sport1, usw) Poker übertragen wird, handelt es sich fast ausschliesslich um Texas Holdem. Auch am Hauptturnier an der World Series of Poker (abgekürzt WSOP, die inoffizielle Weltmeisterschaft) handelt es sich um ein No Limit Texas Holdem Pokerturnier. Aus diesem Grunde beschränken wir uns an dieser Stelle auf die Beschreibung der Poker Regeln dieser Variante. Hold'em bezeichnet all jene Poker Varianten, bei denen fünf offene Karten (Gemeinschaftskarten, Community cards) in die Mitte des Tisches gelegt werden, die für jeden Spieler zur Bildung seiner Pokerhand verwendet werden können, und bei der jeder Spieler nicht mehr als zwei seiner Hand-Karten (Pocket cards, Hole cards) verwenden darf.
 
1. Start des Spiels
Zu Beginn der Partie erhält jeder Spieler eine Karte. Dem Spieler mit der höchsten Karte wird der Dealer Button zugewiesen. Haben zwei Spieler die selbe Karte, entscheidet die (vom Bridge) her bekannte Ordnung der Farben (höchste Farbe zuerst):
Pik Pik, Spades, Herz Herz, Hearts, Karo Karo, Diamonds, Kreuz Kreuz, Clubs. Dies ist der einzige Fall, wo die Farben in Bezug auf die Gewinnentscheidung eine Bedeutung haben.

 
2. Blinds
Der Spieler zur Linken des Kartengebers (dort wo der Dealer Button liegt) muss einen vorgeschriebenen Einsatz, das sogenannte 'Small Blind', (zum Beispiel 5$) setzen, sein Nachbar das 'Big Blind', im Allgemeinen den doppelten Wert des Small Blind (also für unser Beispiel 10$). Die übrigen Spieler müssen vor Erhalt der ersten Karten keinen Grundeinsatz leisten.
 

3. Karten austeilen
Die Rolle des Kartengebers (Dealers) wechselt nach jedem einzelnen Spiel im Uhrzeigersinn. Natürlich kann immer die selbe Person (im Casino z.B. der Croupier) die Karten verteilen, der Spieler mit dem Dealer Button nimmt nur fiktiv die Rolle des Gebers ein. Der Spieler, welcher das Small Blind gesetzt hat, erhält beim Austeilen die erste Karte, danach die anderen eine Karte. Wenn alle Spieler eine Karte haben, gibt es in der gleichen Reihenfolge die zweite Karte. Alle Spieler haben nun ihre verdeckten Hand-Karten (Pocket cards, Hole cards) bekommen.
Bevor der Dealer die Hole Cards ausgibt, bzw. bevor er den Flop und später die Turn bzw. River cards aufdeckt, legt er stets eine Karte, eine sogenannte Burn card verdeckt beiseite. Der Sinn dieser Regelung liegt darin begründet, dass ein Spieler infolge einer nachlässigen Haltung der Karten durch den Dealer eventuell die oberste Karte erkennen und daraus einen Vorteil ziehen könnte.
 

4. Erste Einsatzrunde (Wettrunde, Bietrunde, Betting interval)
Der Spieler links vom Big Blind spricht als erster und eröffnet die erste Einsatzrunde. Er kann nun entweder:
  • mitgehen (call), also einen Betrag in der Höhe des Big Blind setzen, oder
  • erhöhen (raise) oder
  • aussteigen (fold).
In der gleichen Weise setzen die übrigen Spieler diese Einsatzrunde fort. Ein Spieler darf in ein und derselben Einsatzrunde den Einsatz nicht zweimal in Folge steigern, es sei denn, ein anderer Spieler hätte zwischen den beiden Geboten erhöht. Wenn also ein Spieler die Runde mit einem Bet eröffnet oder ein Raise setzt, und alle folgenden Spieler entweder halten oder aussteigen, so ist diese Einsatzrunde beendet, und der Spieler, der den Einsatz zuletzt gesteigert hat, darf nun in dieser Einsatzrunde nicht nochmals erhöhen.
 

5. Limits
Bei Texas Hold'em Poker gibt es drei Arten von Limits:
  • No limit: Es gibt nur ein Minimum für ein Bet bzw. ein Raise aber kein Maximum. Dies ist die beliebteste Variante beim Texas Hold'em!
  • Pot limit: Es darf nur höchstens so viel gesetzt werden, wie sich zur Zeit im Pot befindet
  • Limit: In den ersten beiden Einsatzrunden darf maximal bis zum Lower limit, ab der dritten Einsatzrunde bis zum Higher limit gesetzt werden. Beträgt das Small Blind 5$ und das Big Blind 10$, so beträgt das Lower limit 10$ und das Higher limit 20$. In jeder Einsatzrunde darf der Einsatz höchstens drei Mal gesteigert werden, d.h. ein Spieler eröffnet die Runde mit einem Einsatz (Bet), dieser kann nun erhöht (Raise), weiter gesteigert (Reraise) und die Einsatzrunde mit einer letzten Steigerung (Cap) abgeschlossen werden. Sind nur noch zwei Spieler im Spiel, so darf solange erhöht werden, bis ein Spieler entweder gleichzieht (call) oder aufgibt (fold).
Bei No limit und Pot limit ist die Anzahl der Erhöhungen pro Einsatzrunde nicht begrenzt.
 

6. Flop und zweite Einsatzrunde
Nach Beendigung der ersten Einsatzrunde legt der Dealer drei Karten offen auf den Tisch. Diese drei Karten werden Flop genannt. Darauf folgt die zweite Einsatzrunde. Der Spieler in First position, d.h. der Spieler links vom Dealer, also der Spieler, der das Small Blind setzen musste, hat in dieser und allen weiteren Einsatzrunden als Erster zu handeln. Ab dieser Einsatzrunde kann der Spieler, der zuerst handeln muss, auch abwarten (check) und keinen Einsatz tätigen. Wartet der Spieler in First position ab, so kann der nächste Spieler ebenfalls abwarten oder wetten, usw. Falls alle Spieler checken, gibt es ohne weiteren Einsatz die nächste Gemeinschaftskarte.
Sobald jedoch ein Spieler ein Bet gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder
  • call (halten bzw. mitgehen) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder
  • raise (erhöhen) und einen höheren Betrag als der vorhergehende Spieler setzen, oder
  • fold (aussteigen bzw. passen) – in diesem Fall legt der Spieler seine Karten verdeckt ab und gibt dieses Spiel verloren.
Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Einsatzrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder
  • den Einsatz gehalten haben oder
  • aus dem Spiel ausgestiegen sind.
 
7. Turn und dritte Einsatzrunde
Der Dealer legt nun die vierte Gemeinschaftskarte auf den Tisch. Diese Karte wird der Turn genannt. Es folgt dann die dritte Einsatzrunde. Wird mit Split limit gespielt, so gilt ab nun das Higher limit. Die Einsatzrunde funktioniert gleich wie unter '6. Flop und zweite Einsatzrunde'.
 

8. River und vierte Einsatzrunde
Der Dealer legt nun zum Schluss die fünfte Gemeinschaftskarte auf den Tisch. Diese letzte Karte nennt man River. Es erfolgt die vierte und letzte Einsatzrunde.
 

9. Der Showdown
Falls nach der letzten Einsatzrunde noch mehr als ein Spieler im Spiel dabei ist, kommt es zum Showdown. Jeder Spieler stellt aus seinen zwei Hand- und den fünf Gemeinschaftskarten die beste Poker-Kombination aus fünf Karten zusammen. Die sechste bzw. siebente Karte ist für die Gewinnentscheidung bedeutungslos. Der Spieler,
  • der in der letzten Einsatzrunde als letzter erhöht hat, oder,
  • falls niemand erhöht hat, derjenige, der in der letzten Einsatzrunde als erster gesetzt hat, oder
  • falls niemand gesetzt hat, derjenige, der sich in First position befindet,
muss seine Hand (sein Blatt) vollständig vorzeigen.
Alle im Spiel verbliebenen Spieler können nun nacheinander ebenfalls ihre Karten aufdecken. Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt den Pot. Im Falle von gleichwertigen Kombinationen wird der Pot unter den Gewinnern aufgeteilt.
 

10. All in
Die vorgängig beschrieben Einsatzrunden haben etwas nicht berücksichtigt. Was geschieht, wenn ein Spieler nur noch 50$ besitzt, er aber für ein Call 100$ bringen müsste. In diesem Falle setzt er diesen Rest und geht damit 'All in'. Für die anderen Spieler gehen diese Einsatzrunde und die folgenden normal weiter. Aber selbstverständlich kann der Spieler, welcher 'All in' gegangen ist, die seinen Einsatz übersteigenden Einsätze seiner Gegner nicht gewinnen. Daher wird mit den zusätzlichen Einsätzen der anderen Spieler ein 'Side Pot' gebildet. Beim Showdown wird dann geschaut, wer das beste Blatt für den normalen Pot (dort wo der 'All in' Spieler dabei ist) hat, und wer von den restlichen Spielern das beste Blatt für den Side Pot hat. Es kann nun sein, dass beide Pots vom selber Spieler gewonnen werden (nur nicht vom 'All in' Spieler), oder dass der normale Pot vom 'All in' Spieler gewonnen wird, und der Side Pot vom Spieler mit der zweithöchsten Hand.
 

11. Sonderfall Heads-Up
Wenn sich nur noch zwei Spieler am Tisch befinden, nennt man dies '
Heads Up'. In diesem Falle gibt es eine spezielle Regel betreffend den Blinds. Der Spieler, welcher den Dealer Button hat, muss den Small Blind geben, der andere Spieler den Big Blind. Vor dem Flop kann also der Spieler mit dem Small Blind zuerst agieren, nach dem Flop der Spieler mit dem Big Blind.